MarkH liegt völlig richtig, die Trägheit der Masse schiebt das Flugzeug geradeaus. Trotzdem wird das Flugzeug langsam in einen Kurvenflug gehen, aber eben sehr langsam. Es dreht sich durch den Ausschlag des Seitenruders zunächst um die Hochachse was dann eine Drehung in der Längsachse zur Folge hat, auch ohne das das Querruder betätigt wird. Ursache ist, das bei ausgeschlagenem Seitenruder das Flugzeug, wenn auch nur in geringem Umfang, in eine Kurve (Drehung um die Hochachse) gezwungen wird da das Heck seitlich ausgelenkt wird. Dadurch erhält die auf der Kurvenaussenseite liegende Tragfläche einen schnellere Luftströmung als die Tragfläche auf der Kurveninnenseite weil die aussen liegende Tragfläche durch den längeren Weg den sie zurücklegt, schneller ist und somit schneller von der Luft umströmt wird. Diese unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten sorgen dafür das die kurvenäussere Tragfläche mehr Auftrieb erzeugt als die auf der Innenseite. Das Flugzeug beginnt sich demzufolge um die Längsachse zu drehen, es legt sich also in die Kurve ohne Querruderbetätigung, nur als Folge des Seitenruderausschlages.
Das Ganze passiert aber langsam und sehr träge. Dieser Effekt zeigt sich aber meines Wissens bei fast allen Flugzeugen in konventioneller Bauweise.
Ein Modellflugzeug reagiert durch die geringe Masse und dem im Verhältnis zur Masse größeren Seitenruder viel schneller. Einfache Modellflugzeuge lassen sich deshalb nur mit Seitenruder und Höhenruder auch in enge Kurven fliegen. Durch das Seitenruder legt sich das Flugzeug infolge der vorher beschriebenen unterschiedlichen Luftströmungen in die Kurve, den Kurvenradius steuert man dann mit dem Höhenruder. Bei kleinen Modellen wird oft auf das Querruder völlig verzichtet, man braucht es nicht.
Bei Helikoptern treten ähnliche Effekte auf. Das in Flugrichtung nach vorne drehende Rotorblatt erhält durch die Vorwärtsgeschwindigkeit des Helis eine schnellere Luftströmung als das sich nach hinten drehende Rotorblatt. Deshalb würde ein Heli im Schwebeflug gerade schweben, wenn er aber vorwärts fliegt bekommt er eine seitlich gekippte Fluglage. Wenn nun das nach hinten drehende Rotorblatt gleich schnell ist wie die Vorwärtsgeschwindigkeit, hätte der Heli auf einer Seite viel Auftrieb, auf der anderen überhaupt keinen was zu einem Kippen auf die Seite führen würde. Dieser Effekt muss durch die Steuerung und Rotorblattstellung ausgeglichen werden sonst würde jeder Heli schief fliegen. Dieser Effekt begrenzt auch die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Helis.
Danke fürs lesen, ich hoffe mal es ist verständlich... und stimmt einigermaßen
